Was ist eine Werte-orientierte Ökonomie?

Bei diesem Wirtschaftsmodell soll durch ein neues Regel- und Anreiz-System das Investitionskapital nicht dorthin fliessen, wo die höchsten Renditen zu erzielen sind, sondern dorthin, wo Werte für die Gesellschaft entstehen. Der Begriff „Werte“ umfasst alle materiellen und vor allem auch immateriellen Bedingungen, die den Menschen wirklich Nutzen bringen und ihr Leben lebenswert und sinnvoll machen.

Zum einen geht es darum, was produziert wird.

Wertvolle Gebrauchsgüter sind Güter,

- die Menschen tatsächlich brauchen,

- deren Produktion und Gebrauch der Umwelt und den Menschen nicht schadet,

- die die Lebensqualität erhöhen.

Lebensqualität steigernd sind insbesondere auch immaterielle Güter, also vor allem Dienstleistungen in den Sektoren Bildung, Gesundheit, Pflege, Beratung, Kultur. Die Entscheidung für ein solches Wirtschaftssystem setzt einen gesellschaftlichen Konsens voraus, Ziel und Ausrichtung des wirtschaftlichen Handelns neu zu priorisieren: Nicht die in Geld gemessene Rendite, also das Verhältnis der Gewinne zum eingesetzten Kapital ist Leitmassstab wirtschaftlichen Handelns, sondern eine gemeinwohlorientierte Wertschöpfung, die nicht direkt in Geldwert zu messen ist.

Zum zweiten geht es darum, wie produziert wird, um die Arbeitsbedingungen und vor allem den Zugang zu Arbeit für alle Menschen. Arbeit muss als wichtiger Teil des Lebens sinnstiftend sein, denn Sinn ist ein ebenfalls ein sehr wichtiger Wert, der sich nicht in Geld messen lässt.

Drittens ist auch die Gerechtigkeit ein entscheidender Wert, ohne den eine Gesellschaft keinen sozialen Frieden finden kann. Es geht um die Frage, wie der gesellschaftliche Wohlstand verteilt wird.

Entscheidende Voraussetzung für eine solches Wirtschaftssystem ist die Teilhabe aller Bürger an der Macht, sind demokratische Strukturen, nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft.